Rechtsanwaltskanzlei Norbert Anhalt

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Scheidung

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„Jede 2. Ehe scheitert - jede dritte Ehe wird geschieden; angesichts der steigenden Lebenserwartung halten Ehen nicht mehr bis zum Tod: Vielmehr zeichnet sich ein sog. Trend zur „Zweit-Ehe“ ab, weswegen die einvernehmliche Scheidung immer mehr an Bedeutung gewinnt. “

Für Vieles kann in Deutschland der Gerichtsvollzieher bemüht werden - nicht jedoch für einseitige Liebe. Kommt es zum Bruch in der Ehe, ist zunächst das sog. Trennungsjahr - also die Trennung von Tisch und Bett - einzuhalten; denn schließlich ist die Ehe etwas anderes als ein Autokauf: Ein Auto kann ich morgens erwerben und abends wieder veräußern; bei der Ehe soll das Trennungsjahr dazu dienen, auszuloten, ob eine Versöhnung noch möglich ist.

Steht aber fest, dass sich die Partner dauerhaft trennen und scheiden wollen, sollte dies - falls möglich - einvernehmlich vonstatten gehen; denn der gemeinsame Weg hat in der Regel aus Liebe begonnen, und wenn am Ende ein Weg gefunden wird, dass man sich gleichwohl noch in die Augen schauen kann, so liegt dies im Interesse beider Partner, spart Geld und schont die Nerven.

In einem solchen Fall wird in der Regel der Hausrat einvernehmlich geteilt - schließlich kann man ein Bild oder einen Kühlschrank nicht halbieren; das Sorgerecht wird gemeinsam - falls Kinder vorhanden sind - wahrgenommen, und der Umgang wird rücksichtsvoll geregelt. Liegt kein Ehevertrag vor - der etwas anderes vorsieht -, und gibt es auch keine sonstigen „Verrechnungspositionen“, wird der Versorgungsausgleich (Regelung der Rentenanwartschaften) von Amts wegen zu erfolgen haben; eine Ausnahme besteht bei einer sog. Kurzehe (bis zu 3 Jahren): Hier erfolgt der Versorgungsaugleich ohnehin nur auf Antrag.

Schließlich sind die verschiedenen Unterhaltstatbestände (Trennungsunterhalt, nachehelicher Unterhalt und Kindesunterhalt) zu klären; wobei der Gesetzgeber seit 2009 eine verstärkte Eigenverantwortlichkeit in den Vordergrund stellt: Jedoch kommt es hier immer auf den speziellen Einzelfall an. Abschließend muss über den möglichen Zugewinn (ein Vergleich von Anfangs- und Endvermögen in Gegenüberstellung zum Partner) eine Einigung erzielt werden.

Sind alle o.g. Aspekte - unter Berücksichtigung von Versicherungs- und Steuerfragen - zwischen den Eheleuten ohne Streit geklärt, genügt ein Anwalt für die Durchführung der Scheidung, der allerdings - Stichwort: Parteiverrat - gleichwohl nur für eine Partei tätig ist. Soll im Anschluss an die Scheidung, die nicht mehr durch Urteil, sondern durch Beschluss, ausgesprochen wird, unmittelbar Rechtskraft eintreten, kann die nicht vertretene Partei - in Bonn in der Regel für 200,00 Euro - einen sog. reinen Termins-Anwalt beauftragen.

Fazit: Bei Einvernehmen der Eheleute oder Partner ist eine Scheidung kostengünstig möglich; im Streitfalle kommen die Parteien aber nicht umhin, jeweils einen eigenen Rechtsbeistand zu bemühen. Hinsichtlich der Kosten greifen inzwischen immer mehr Rechtsschutzversicherungen die Absicherung der Scheidung auf, und für Bedürftige gewährt der Staat nach wie vor Verfahrenskostenhilfe, die aber unter Umständen ratenweise rückzuführen ist. Vom Beginn des Trennungsjahres bis zur Scheidung vergehen in der Regel gut 1 ½ Jahre. Dass wichtige Aspekte einer Scheidung bereits vor der Eheschließung vertraglich fixiert werden können, um anschließenden Streit zu vermeiden, sei abschließend noch einmal erwähnt; dies hat auch nichts mit mangelnder Liebe zu tun, sondern ist geprägt von einer realistischen Lebenseinschätzung, und dies gilt nicht nur für Unternehmerhaushalte bzw. „ungleiche“ Paarstrukturen; vielmehr sollten auch Romantiker ein mögliches Ende rechtzeitig bedenken.

 

 Norbert Anhalt

Bankkaufmann und Rechtsanwalt

© Rechtsanwaltskanzlei Anhalt
Stand: 01. Juni 2018
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